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Thema Aktuell

Schützenstraße Verkehr(t)

Innerörtliche Straße oder Abkürzung der Bundesstraße 62?

1. Nach über einem Jahrzehnt politischen Ringens wurde 1997 mit Investitionskosten von DM 8,2 Mio. die Struthofspange als neue Kreisstraße K7 zur direkten Anbindung des Schul- und Sportzentrumszentrums Betzdorf-Kirchen an die B62 fertig gestellt. Eine zügige und sichere Zufahrt zu diesem Zentrum und eine Verkehrsentlastung des Betzdorfer Molzbergs sowie des Kirchener Schwelbels vom immer größer werdenden Durchgangsverkehr waren die Ziele. Entsprechend wurden beide bisherigen Zufahrtswege, auf dem Schwelbel in Kirchen und von Betzdorf die Schützenstraße als vorherige Kreisstraße K7, 1997 abgekröpft und mit Sperren versehen, die seither nur in besonderen (Not-)fällen geöffnet werden.

2. Nach der temporären Öffnung der Schützenstraße 2015 scheinen nun einige Anwohner des westlichen Molzbergs in der gewünschten kurzen direkten Fahrt – etwa zum Tennis - einen solchen Notfall dauerhaft gegeben zu sehen. Sie starteten eine Initiative, um die Schützenstraße auch für die Durchfahrt zum Schul- und Sportzentrum in Betzdorf-Kirchen und zur K7 für sie voll öffnen zu lassen.

 3. Damit würde aus der Schützenstraße wieder eine ortsverbindende Straße. Die Struthofspange - zur Entlastung vom Durchgangsverkehr gebaut – würde zur Brücke für ganz neuen Durchgangsverkehr durch die Schützenstraße, nämlich für eine Abkürzung der B62 über den Molzberg zwischen Kirchen und Betzdorf, um etwa dem lästigen Tunnel zu entgehen. 

 4. Veranschaulichen wir die gegenwärtige Situation auch für die Lokalpolitiker, die heute die Straßenbelastung nur vom eigenen Durchfahren wahrnehmen, und anscheinend nicht mehr, oder noch nicht wissen, um was es hier geht:

        Anfang der 80er Jahre war im Auftrag des Verbandsgemeinderates ein Verkehrsgutachten erstell worden, das feststellte, Betzdorf werde durch Autos außerordentlich belastet. So seien es in der Schützenstraße 3.800 Fahrzeuge pro Tag.

        Die Belastungsspitzen lagen dabei in der Schützenstraße vor Beginn und nach dem Ende des Unterrichts am Mittag. Vor der Abkröpfung der Schützenstraße galt das für den Verkehr von rund 2000 Berufsschülern sowie die Busse und Eltern-KfZ der  Schüler der Bertha-von-Suttner Realschule.

        Noch immer trägt die Schützenstraße die größten Lasten im Verkehr auf dem Molzberg, aber da seit der Abkröpfung die heute 1800 Berufsschüler den Weg über die Struthofspange nehmen, hat sich die Verkehrs- und Lärmbelastung in der Schützenstraße aufs erträgliche Maß vermindert, Wohn- und Lebensqualität normalisiert. Dieses Ziel des Baus der Struthofspange wurde so erreicht.

        Trotzdem gibt es immer noch Gefahrenpunkte und -zeiten, insbesondere im Bereich der Abzweigung der Schützenstraße in die Jahnstraße, wo die Schüler der Realschule in die Busse steigen. Die Jahnstraße wurde deswegen aus Sicherheitsgründen teilweise zur Einbahnstraße erklärt. Auch wenn sich durch die Verteilung der Realschüler auf zwei Standorte die Belastung vermindert hat: Wer hier gegen 13h vorbeifährt, und sich die Busse, die in der Schützenstraße eng parkenden KfZs abholender Eltern und die aus der Schule strömenden Schüler anschaut, merkt schnell warum.

 5. Was bringt eine ortsverbindende Öffnung der Schützenstraße?

        Die Befürworter geben an, dass mit der Öffnung nur Anwohner des Molzbergs freie Fahrt durch die Schützenstraße bekommen sollen. Das wird in der Lokalpresse schon gar nicht mehr thematisiert, da die Sache eine Eigendynamik bekam, und jeder, der einen Vorteil für sich darin sieht, nun für die generelle Öffnung zu sein scheint.

        Eine dauerhafte Öffnung generiert ganz anderen Verkehr als ein kurzes Provisorium. Deswegen sind die vermeintlichen nicht "so schlimmen" zusätzlichen Belastungen im Sommer 2015 auch kein echter Maßstab. In einem aufgestauten Gesamtsystem führt die Öffnung einer Röhre zum vollen Durchfluss. Im Straßennetz sucht sich der Verkehrsstrom den Weg des geringsten Widerstands bis zu dessen Erschöpfung.

       Eine volle Öffnung der Schützenstraße führt zu wesentlich schärferen Belastungsspitzen, die den Verkehrsfluss auf der Schützenstraße schnell mal zum Erliegen bringen können: Wenn alle die Abkürzung fahren, staut es sich halt da. Und wenn es sich da staut, geht es dann durch die anderen Straßen auf dem Molzberg. 

        Wer jetzt für die dauerhafte Öffnung der Durchfahrt der Schützenstraße zum Sport- und Schulzentrum Betzdorf-Kirchen und über Struthofspange zur B62 ist, der ist auch für eine Verdopplung der Verkehrs- und Lärmbelastung für die Anwohner der Schützenstraße und eine Gefährdung der Sicherheit der Schüler der Realschule.

        Es führt den Zweck des Baus der Struthofspange ad absurdum, wenn diese nun die Brücke für einen völlig neuen Durchgangsverkehr in der innerörtlichen Schützenstraße zur Abkürzung eines Teils der Bundesstraße 62 wird.

        Mit der Durchfahrtsbelastung steigt der Verschleiß. Würde die Schützenstraße nicht wieder in die Obhut des Kreises gehen, hätten deren Anwohner neben der Verkehrsbelastung zukünftig dann auch noch die finanziellen Lasten der Anliegerbeteiligung an der Fahrbahnerneuerung einer Abkürzung der B62 zu tragen.

Im Klartext: Zur Entscheidung stehen Bequemlichkeit und mögliche Zeitersparnis gegen Sicherheit der Schüler und Gesundheit der Anwohner. Mehr Durchgangsverkehr ist deren Belastung!

 

Dr. Peter Lindlein

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P.S.:  Ja, der Autor wohnt an der Schützenstraße, und argumentiert entsprechend – nämlich mit einem Vierteljahrhundert eigener direkter Erfahrung, die den Öffnungsbefürwortern fehlt.

P.S. 2: Und für diejenigen, die sich nicht mehr an all die Einzelheiten von früher erinnern: Vorsitzender der Bürgerinitiative Schützenstraße war 1984 Udo Piske (FDP) und der Stadtrat stimmte im September 1990 auf Antrag der FWG der Sperrung der Schützenstraße zu. Heute will deren Sprecher Mies "die Lasten auf vielen Schultern verteilen", und meint da wohl nur die vielen Anwohner der Schützenstraße.

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Molzberg mit Schützenstraße


Bildband über Betzdorf
Nach zweijähriger Arbeit wurde das Buch "Betzdorf im Blick"  2014 vorgestellt
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Bei einem Pressetermin stellte Bürgermeister Bernd Brato im Rathaus den Lokalredakteuren von Rhein-Zeitung, Siegener Zeitung und AK-Kurier den Bildband "Betzdorf im Blick" vor.
Das Buch zeigt jenseits der Tagesaktualität die Gegenwart und lokale Geschichte der Verbandsgemeinde. Mit Landschafts- und Naturaufnahmen, doppelseitigen Panorama- und Luftbildern der Ortsgemeinden, Photos von Unternehmen, kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen und vielen Seitenblicke wird ein umfassendes Ortsportrait gezeichnet.
Den großen Photographen unserer Region, nämlich Edouard BALDUS (1813-1889) aus Grünebach, August SANDER (1876-1964) aus Herdorf und Bernd BECHER (1931-2007) aus Siegen, erweist Peter Lindlein mit Bildzitaten seine Reverenz.
Ergänzt werden die Bilder durch statistische Daten und präzise Orts- und Bildangaben, und zwar in gleich vier Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch und Türkisch.

Der 268 Seiten starke Band mit mehr als 200 aktuellen Photos wird allerdings zunächst nicht im Handel erhältlich sein, da sich die Verbandsgemeinde den Großteil der Erstauflage exklusiv gesichert hat. Das Buch wird von ihr als repräsentatives Geschenk für verdiente Bürger, Jubilare und offizielle Besucher sowie zu besonderen offiziellen Anlässen verteilt werden.
Auf unserer Website haben Sie hier die Möglichkeit, in dem Band als elektronischem Buch zu blättern. Aus datentechnischen Gründen mußten allerdings Umfang, Größe und Auflösung reduziert werden.  (20.1.2014)

>>> Zum E-Book "Betzdorf im Blick"


Spaziergang durch die Geschichte der Bahnhofstraße in Betzdorf

 36 Ansichtskarten und Photos aus den Jahren 1898-1965 zeigen die Entwicklung der Betzdorfer Bahnhofstraße, wie sie vor der Stadtsanierung und Einführung der Fußgängerzone in den 1970er Jahren aussah. Sie erinnern an eine Zeit, als hier ein Geschäft neben dem anderen eröffnet wurde, als fast alle Männer noch Hüte trugen,  man an jeder Ecke Zigarren kaufen konnte, über die Zerstörung im 2. Weltkrieg bis hin zu den Jahren des Wirtschaftswunders. Sie zeigen aber auch, daß diese Straße längst nicht so prächtig war, wie wir sie vielleicht in Erinnerung haben.  >>> Zur Bilder-Galerie Bahnhofstraße